© Schnelsen Archiv - Wolfgang Burmester - Suhmweg 13 - 22457 Hamburg

Schnelsen, im Andenken an
Werner Otto,
gestorben am 21. Dezember 2011 in Berlin

Werner Otto, geboren am 13. Aug. 1909 in Seelow (Frankfurt Oder), kam nach dem Krieg 1945 mit seiner Familie über Bad Segeberg nach Hamburg. Hier gründete er 1946 in Hamburg-Schnelsen eine Schuhfabrik. Auf dem Gelände des heutigen Albertinen Krankenhauses, Süntelstraße Nr. 11a, (damals Weidenstraße Nr. 15-17), mietete Werner Otto 1946 eine hölzerne Arbeitsdienstbaracke von dem Schnelsener John Meyer an, in welcher er seine Schuhproduktion ins Leben rief. Schon nach kurzer Zeit wurden bis zu 120 Beschäftigte gezählt. Mit einigen Schuhmachermeistern und angelernten Kräften wurden mit alten überholten Maschinen einfache Holzpantoffeln, so genannte „Holzzweischnaller“ hergestellt. Kurze Zeit später wurde auch die Produktion von Lederschuhen aufgenommen. Nach der Währungsreform im Juni 1948 ging dann die Produktion und der Umsatz des Betriebes zurück. Fachkräfte waren im Raum Hamburg nicht zu bekommen und die Konkurrenz im Süddeutschen Bereich war überlegen.
Trotzdem veranstaltete Werner Otto 1948 für die Belegschaft im Mai ein Betriebsfest und im Dezember eine Weihnachtsfeier und zeigte hiermit seine soziale Einstellung zwischen Belegschaft und Geschäftsführung.
Die Arbeitsbaracke in der Süntelstraße wurde aufgegeben und am Riekbornweg Nr. 2 in Schnelsen eine neue Firmenunterkunft gefunden. Die Schuhproduktion und Reparatur von Schuhen wurde noch für kurze Zeit hierher verlagert. Augenzeugen aus Schnelsen berichteten, dass Werner Otto noch 1947 persönlich mit dem Fahrrad reparaturbedürftige Schuhe von der Schule Frohmestraße zu seinem Betrieb am Riekbornweg transportierte. Rechtzeitig erkannte Otto, dass diese Schuh-Produktion auf Dauer nicht wirtschaftlich war. Er entließ seine Schuhmachermeister und stellte die Schuhherstellung im Jahre 1949 ein. Als Abfindung bekamen die Schuhmachermeister die Maschinen übereignet, wodurch sie sich eine eigene Existenz aufbauen und ihre Zukunft sichern konnten. Zu diesen Schuhmachermeistern gehörten der Schnelsener Franz Strutz und ein Schuhmacher Brummer aus Bönningstedt. Ob die zwei weiteren Schuhmacher aus Schnelsen Bernhard Herold und Willy Bornhöft auch für Werner Otto gearbeitet haben, lässt sich nicht mehr klären.

Gründung des Otto- Versand am 17. August 1949

Nach der Einstellung der Schuhproduktion machte Werner Otto erst einmal einen Kurzurlaub. Er brachte dann aus dem Urlaub die Idee mit, einen Versandhandel zu gründen. Die Gründung des Otto Versand vollzog er am 17. August 1949. Die noch aus der eigenen Produktion gefertigten Schuhe und hinzu gekauften, hochwertigen Schuhe wurden in den ersten Katalogen des Unternehmens bis 1953 zum Verkauf angeboten. Um aber mit der Firma Baur- Burgkunstadt (Schuhversand) keinen Konflikt heraufzubeschwören, wurde ab 1954 der Schuhversand der Firma Otto eingestellt und der Schwerpunkt nur noch auf den Textilversand gelegt. Werner Otto notierte zu seinem ersten Katalog: „1950 entschied ich mich für die Herstellung eines Kataloges, ließ die Schuhe durch einen Fotografen aufnehmen und stellte mit meinen Mitarbeitern die ersten 300 Kataloge zusammen. Wir klebten auf jede Seite je zwei Fotos und versahen sie mit Text, anschließend wurde der Preis von Hand daneben geschrieben. Das Angebot umfasste 28 Paar Schuhe“. In zwei kleinen Gebäuden am Riekbornweg in Schnelsen organisierte Werner Otto sein Versandgeschäft. In den ersten Wochen wurden mit einem Handkarren täglich 10 – 15 Pakete auf die Post gebracht. Das Postamt in Schnelsen (Wählingsweg Nr. 2) war wenig davon angetan, diese Anzahl von Paketen zwecks Abwicklung für den Versand, am Schalter entgegen zu nehmen. Sehr schnell war durch die steigende Anzahl der täglichen Pakete der Post-Handkarren überlastet und es wurde ein erstes Automobil, ein Dreirad Goliath, der Tempowerke, angeschafft. Die Verkaufsidee von Otto ist die Sammelbestellung. Aus zwei jeweils im Frühjahr-Sommer- und Herbst-Winter erscheinenden Katalogen sollten die Kunden bequem einkaufen. Die Ware wird auf Rechnung oder auf 6-24 Monatsraten bezahlt. Als erstes Unternehmen bot der Otto Versand eine Garantie des Umtauschs- (mit Rückgaberecht) seiner Waren an, also ein Kauf ohne Risiko. Alle diese Erleichterungen eines Einkaufs, in der Zeit des Geldmangels bei seinen Kunden, brachten dem Otto- Versand in den ersten Jahren des Bestehens in Schnelsen einen großen Zuspruch und Aufschwung, so dass das Unternehmen expandierte. Das 1949 mit 5 Mitarbeitern gegründete Unternehmen beschäftigte 1955 bereits 250 Mitarbeiter und 1959 über 1000 Mitarbeiter, weshalb ein Umzug im gleichen Jahr nach der Hammer- Landstraße in Hamburg-Hamm erforderlich wurde.
Das Unternehmen ist im Laufe der Jahre zum größten Versandhandel der Welt gewachsen und hat heute seinen Sitz in Hamburg-Bramfeld.

Die Grenzsteine der Herrschaft Pinneberg

Eine Aufstellung der 2011 noch vorhandenen dänischen Grenzsteine der ehemaligen Herrschaft Pinneberg.

In dieser hier vorliegenden Grenzstein-Auflistung werden die Hoheitsgrenzen der damaligen Herrschaft Pinneberg mit ihren heute noch vorhandenen Grenzsteinen dargestellt.
Es wird in dieser Ausarbeitung aber nicht speziell auf einzelne Grenzverläufe und Verhandlungen aus den vergangenen Jahrhunderten eingegangen. Da dieses von vornherein nicht das Anliegen dieser Arbeit gewesen ist.
Strittige Grenzverläufe, zwischen den angrenzenden Ländereien der Nachbarn, verursachten über Jahrhunderte hinweg ständige Grenzvergleiche. Um diese „Irrungen und Missverständnisse“ aufzuklären trafen sich die gegnerischen Parteien von Zeit zu Zeit vor Ort um ihre Besitzrechte zu kontrollieren und wenn es erforderlich war, neu festzulegen. Dieses geschah durch das Setzen oder wieder Aufrichtung von Grenzpfählen die im 18. u. 19. Jahrhundert gegen massive und schwere Grenzsteinen ausgetauscht wurden.
Gelegentlich wurden die aus Eichenholz bestehenden Grenzpfähle von „betrügerischer Hand“ versetzt, obwohl unter den Pfählen (später auch unter den Grenzsteinen) die sogenannten „Zeugen“ aus Glasscherben, Holzkohle u. anderen Zeitzeugen vergraben wurden, um den Standort abzusichern.

An der süd-östlichen Seite der ehemaligen Herrschaft Pinneberg, zur Abgrenzung
von Langenfelde (Herrschaft Pinneberg) gegen Hamburg-Eimsbüttel begann eine Grenzlinie mit 33 Grenzsteinen, welche die Grenze bis nach Ulzburg-Süd absicherte.

Von diesen Steinen standen 25 Grenzsteine an der Hamburger-Seite, aber auf Pinneberger Gebiet, wovon heute noch 8 Grenzsteine im Originalzustand vom 18. u. 19. Jahrhundert erhalten geblieben sind.

Folgen wir den Grenzverlauf auf dem heutigen Norderstedter Gebiet, so bildete die Ulzburger Straße der damaligen Zeit eine Grenzstraße, an der ebenfalls noch 5 Grenzsteine heute vorhanden sind.

Auch im anschließenden Grenzverlauf von Norderstedt (Ulzburg-Süd) über Quickborn Heide, Bilsen (bis 1803 Hamburger Gebiet), Quickborn-Himmelmoor, Esinger- u. Liethermoor (Seeth-Eckholt) bis nach Elmshorn, konnte ich weitere 9 Steine als Zeitzeugen von der damaligen Grenze sichten.

Der Grenzstein N° 10 in Elmshorn, vor dem Konrad Struve Museum, wurde ca. 1970 von seinem alten Grenzstandort (siehe Auflistung) entfernt und vor dem Museum sichergestellt.
Von Elmshorn aus bildet die Krückau eine natürliche Grenze zwischen der Grafschaft Rantzau und der Herrschaft Pinneberg. Im Bereich westlich von Seester, unweit von der Krückau, verlief dann die westliche Grenzlinie der Herrschaft Pinneberg bis an die Pinnau und zog sich, vorgelagert von Heist und Holm, bis zum Wedeler Sommerdeich bis an die Elbe fort. Im Abschnitt von der Pinnau bis an die Elbe sind aus einer Serie von 14 Steinen, teilweise aus dem 1827, noch 8 Grenzsteine vorhanden, von denen einer direkt auf einem Deich und andere Außendeichs stehen.
Eine Besonderheit bildete aber das ehemalige Dorf Hummelsbüttel, welches als Exklave der Herrschaft an der östlichen Grenzlinie vorgelagert war. Das Dorf gehörte mit zur Herrschaft Pinneberg und seine Grenzen wurden, wie die übrigen Grenzen der Herrschaft, mit insgesamt 12 Haupt-Grenzsteinen markiert. Von diesen Haupt-Grenzsteinen sind heute noch in Hummelsbüttel 10 erhalten geblieben und werden dort noch von 20 sehr schönen Zwischen-Grenzsteinen aus dem 19. Jahrhundert ergänzt.
Es ist kaum zu Glauben, dass heute noch 40 Original- Hauptgrenzsteine vorhanden sind, welche teilweise bereits unter Denkmalsschutz gestellt wurden.

Die Grenzsteine der Herrschaft Pinneberg